Dass sich im Wasser Keime befinden ist kein Geheimnis.

Wasserschutz: Zu viele Keime im Sommer

Der Sommer ist da! Endlich steht auch wieder der Badespaß an oberster Stelle – denn neben Sommer, Sonne, Sonnenschein darf auch das kühle Nass nicht fehlen. Die Vorfreude auf kristallkla-res, erfrischendes Wasser ist vor allem in diesen Tagen besonders groß. Das Thema Wasserhygiene wird allerdings oft vernachlässigt, denn: obwohl es nach wie vor als teures Gut gilt, sind wir saube-res und gesundes (Trink-)Wasser längst gewohnt. Schadstoffe oder Verunreinigungen können aber auch hier lauern und heimisches Wasser zu einer potenziellen Gefahrenquelle werden lassen.

In unserem Trinkwasser befinden sich nämlich Millionen von Mikroorganismen, die für den Menschen mit bloßem Auge nicht sichtbar sind. Einige dieser Bakterien sind nicht nur gesund für den Körper, sondern auch wichtig, da sie das (mikrobielle) Wohlbefinden fördern. Dennoch: schummeln sich die „falschen“ Bakterien mit ein, kann das zu fatalen Folgen führen. Zwar kommt man im Alltag eher selten mit Krankheitserregern im Wasser in Berührung, dennoch ist die Gefahr vor allem im Sommer am stärksten gegeben.

Legionellen – die Gefahr in den eigenen vier Wänden

Zu den gängigsten Krankheitserregern zählen sogenannte Feuchtkeime, die sich im hauseigenen Trinkwasser besonders gut und schnell vermehren. Die bekanntesten Vertreter hiervon sind Legionellen. Diese Bakterien gedeihen im Süßwasser: allen voran Warmwasserversorgungsanlagen von Großgebäuden wie beispielsweise Krankenhäusern, manchmal sogar auch bei Wohnanlagen.
Sind diese Bakterien erst einmal in unserem Trinkwasser vorhanden, können sie zu grippeähnlichen Symptomen führen, aber auch lebensbedrohliche Lungenentzündungen auslösen. Da die Krankheitserreger dieser Baktierienart über Leitungen transportiert werden, entstehen die meisten Infektionen, und letztendlich die Legionärskrankheiten oder Legionellose, in den eigenen vier Wänden.

Achtung – Ansteckungsgefahr!

Neben den Legionellen lauern viele weitere Erreger im Wasser. Am gängigsten ist neben der besonders häufigen Kombination aus Durchfall und Erbrechen auch der „Schwimmbad-Fußpilz“. Diesen kann man sich oft schnell und einfach beim öffentlichen Schwimmbadbesuch einfangen. Aber auch in privaten Whirlpools können Erreger lauern: so zum Beispiel die Whirlpool-Dermatitis, ein lästiger Hautausschlag, dessen Keime durch das warme Whirlpool-Wasser begünstigt werden. Dieser Ausschlag bleibt oft unbehandelt, da er einer Insekteneinstichstelle ähnelt oder als einfache Hautirritation eingestuft wird. Nicht zu vergessen ist auch die Schwimmbad-Konjunktivitis, eine Bindehautentzündung, die durch das Vermischen von bestimmten Keimen mit Chlor begünstigt wird. Da diese Vermischung die Binde- und Schleimhäute besonders aggressiv angreifen kann, ist eine Entzündung kurz nach dem Schwimmbad keine Seltenheit geworden.

Ansteckung im Outdoor-Bereich besonders gegeben

Die meisten Bakterien und Viren lauern vor allem in freien Gewässern wie Seen, Flüssen oder Freibädern, aber auch zu Hause im eigenen Pool. Doch Pool-Besitzer kennen es – eine regelmäßige und gründliche Reinigung kann Zeit und Kraft rauben. Dennoch: auch hier ist eine gründliche
Wasserhygiene das A und O, da Bakterien und Keime zwischen freien Gewässern und einem eigenen Pool nicht unterscheiden.

Vor allem im Sommer kann der Badespaß zur „unsichtbaren“ Gefahr werden. Bakterien sowie
körpereigene Flüssigkeiten wie Schweiß, Speichel oder Harnrückstände kommen ebenfalls in Verbindung mit den Bakterien – heikel wird es, sobald sich diese explosionsartig vermehren und ganze Kolonien entstehen. Da hier mehr Personenkontakte auf eine begrenzte Wassermenge entstehen, sollte die richtige Wasserpflege ein wichtiger Bestandteil der Pool-Instandhaltung werden, um das kühle Nass auch wirklich sorglos genießen zu können.

„Homemade“ – Keime sind nämlich besonders gefährlich, da sie im Normalfall stets unentdeckt bleiben. Erst wenn Krankheitssymptome bereits aufgetreten sind, wird das Interesse hierfür geweckt. Neben Übelkeit und Durchfall, kann auch die ein oder andere Sommergrippe auf mangelnde Wasserhygiene zurückgeführt werden – hier reagiert allerdings schon zu spät. Kinder und Jugendliche sind hierfür am meisten anfällig, da sie den Badespaß besonders ausgelassen genießen möchten, während das Immunsystem anfälliger auf Wasserbakterien verschiedenster Art reagiert.

Schutz für zu Hause – was kann ich tun?

Neben der regelmäßigen Wasserhygiene im Pool, ist besondere Vorsicht auch dann geboten, wenn Trinkwasserleitungen länger nicht benutzt wurden. So kann man nach einer mehrtätigen Reise beispielsweise den Duschkopf etwas laufen lassen. Hier gilt: je länger das Wasser läuft, desto kälter sollte es werden – fließt zuerst lauwarmes Leitungswasser, deutet dies oft auf Abgestandenheit hin. Somit wäre die ideale Rahmenbedingung für die Vermehrung von Feuchtkeimen gegeben. Die Hauptgefahrenquelle durch Feuchtkeime bleibt dennoch im Freien. Die richtige Pool-Wasserpflege sorgt hier für Entwarnung: ist die Sensibilität für Wasserhygiene einmal vorhanden, so steht dem Badespaß und sorglosen Sommermonaten nichts mehr im Wege!