Schon Mitte März hatten Bayern und Nordrhein-Westfalen Soforthilfeprogramme für Künstler aufgelegt, nun ist die Bundesregierung nachgezogen und hat ein Milliardenpaket geschnürt. Es soll vor allem kleinen Selbständigen helfen, wenn sie durch die mit der Corona-Pandemie einhergehenden Einschränkungen in akute wirtschaftliche Probleme geraten.
Und offenbar ist das eine große Zielgruppe. Am vergangenen Donnerstag verkündete das Kulturministerium NRW, es seien bereits 8500 Soforthilfe-Anträge eingegangen. Mehr als die Hälfte kam demnach aus Köln, 2000 weitere aus der Landeshauptstadt Düsseldorf. Bis zu 2000 Euro pro Antrag sollen ausgezahlt werden, zurückzahlen müssen die Künstler das Geld nicht. Das Antragsverfahren ist simpel gehalten: Es genügt eine Ausweiskopie, ein Nachweis der durch Corona entgangenen Einnahmen sowie ein Nachweis über die Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse (KSK).
Soforthilfe für kleine Unternehmen und Künstler
Soloselbständige und Kleinunternehmer, die nicht künstlerisch, sondern gewerblich tätig sind, waren bislang von der Soforthilfe ausgenommen. Doch das sind rund drei Millionen Menschen deutschlandweit. Daher hat die Bundesregierung auch ihnen nun schnelle Hilfe zugesagt. Und die ist dringend nötig: Bar- und Clubbetreiber, Ladenbesitzer und Dienstleister stehen reihenweise vor dem Nichts. Durch erzwungene Ladenschließungen bedingte Umsatzausfälle können die wenigsten über Wochen und Monate verkraften. Zumal viele Kosten weiterlaufen. Die Ladenmiete muss beglichen, Löhne gezahlt werden, und Lieferanten verlangen Geld für bereits gelieferte Waren.
Wer akut in Existenznot gerät, soll nun bis zu 25.000 Euro erhalten können, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Damit sollen laufende Kosten für drei Monate aufgefangen und Existenzen gesichert werden. Ob die bereitgestellten Summen ausreichen, ist aber fraglich. Daher können darüber hinaus KfW-Kredite beantragt werden. Sehr lange Laufzeiten sollen dafür sorgen, dass die Schuldenlast hinterher nicht zu erdrückend wird. Anträge für all diese Hilfen können in der Regel online auf den Seiten der Wirtschaftsministerien der Länder gestellt werden.
„Bedarf nach Fördermitteln ist enorm“
Hilfe und Beratung sind für die Betroffenen umso wichtiger. Für viele ist der direkte Ansprechpartner erstmal die Hausbank. Auf die Belange kleiner Selbständiger hat sich die zur Deutschen Bank gehörende Direktbank Fyrst spezialisiert. Sie hat mit Soloselbständigen, Gründern und Kleinunternehmern eine klar umrissene Zielgruppe und stellt diesen auf ihrer Website eine Informationssammlung sowie Links zu den jeweiligen Antragsformularen zur Verfügung und bietet darüber hinaus auch selbst Hilfsmittel wie Factoring-Lösungen und Kredite an.
„Erfreut sind wir, dass weiterhin sehr viele Geschäftskunden ein Konto bei uns eröffnen“, sagt Fyrst-Chef Jens Wohlfahrt. Und: „Der Bedarf nach Soforthilfe des Bundes und der KfW-Fördermittel ist enorm, die Nachfrage nach Krediten ist bei uns noch überschaubar.“ Es gebe zur Zeit somit keine Flut an Kreditanträgen. „Die meisten werden wohl erstmal versuchen, die öffentlichen Förderungen und Hilfen zu bekommen, was wirtschaftlich auch sinnvoll ist.“
Schnelle Lösungen sind gefragt
Selbständige, die jetzt auf Hilfen angewiesen sind, können Hotlines ihrer Wirtschaftsministerien kontaktieren oder per Mail anfragen. Auch Banken wie Fyrst reagieren auf den gestiegenen Bedarf an verlässlichen Informationen, so Wohlfahrt: „Wir halten alle Kanäle offen, stellen auf unserer Website Infos und Anträge zur Verfügung und haben eine Hotline für die Fördermittel eingerichtet.“ Es gebe eine große Offenheit für neue und schnelle Lösungen. Auch für Gründer, die am heftigsten betroffene Gruppe, soll es gute Lösungen geben, obwohl das schwierig sei.
Immerhin: Der Bund sichert zu, dass die Leistungen der aktuellen Soforthilfe-Pakete bis Ende Juni ausgezahlt werden sollen. Das ist einerseits eine Aussicht. Andererseits dürften gerade viele kleine Selbständige Probleme bekommen, wenn sie nun mehrere Monate auf Hilfen warten müssen. Da werden sich wohl viele doch noch für die Kreditaufnahme entscheiden. „Jetzt sind wir allegefragt“, sagt Wohlfahrt, „pragmatische Lösungen zu finden, damit auch Gründer und kleine Unternehmen gut durch die Krise kommen.“