Insbesondere Discounter spüren das sinkende Interesse an Sonderangeboten
… sind der neue Fortbewegungstrend: Umweltfreundlich und komfortabel kommt man mit ihnen bei gutem Wetter rasch von A nach B. Und man muss nichtmal einen eigenen E-Scooter kaufen. Da zahlreiche Anbieter unzählige Scooter zum Ausleihen bereitstellen.
Doch wie kommt es, dass die E-Scooter immer aufgeladen und betriebsbereit sind? Darum kümmern sich zahlreiche Menschen, die sich etwas dazuverdienen möchten – und im Grunde kann diesen Job jeder machen, der Zeit und Lust dazu hat. Bleiben die Fragen: Wie funktioniert das? Und was kann man damit verdienen?
E-Scooter aufladen – das klingt doch nach einem wunderbaren Nebenjob für Studenten, Menschen, die in Teilzeit arbeiten oder solche, die abends und am Wochenende ein wenig Zeit übrig haben. Aber ganz so einfach ist es nicht – davon abgesehen, dass man mehr Zeit benötigt, als mancher vielleicht denkt.
Als Grundvoraussetzung benötigt man neben der freien Zeit natürlich ein Smartphone. Außerdem einen geräumigen Lieferwagen – diesen muss man notfalls mieten. Und natürlich genug Platz, um die Scooter zwischenzuparken und sie dort an die Steckdose zu hängen.
… kann man sich bei einem oder mehreren Anbietern als Auflader registrieren. In der App wird einem dann auch prompt angezeigt, wo sich E-Scooter befinden, die gerade Saft brauchen. Und hier kommt schon der erste Haken: Es ist eher selten so, dass viele Scooter, die aufgeladen werden müssen, sehr eng beieinander stehen.
Man muss also mitunter beträchtliche Strecken zurücklegen, um mehrere Scooter aufzusammeln. Und da das, gerade wenn man vielleicht zehn oder mehr Scooter einsammeln möchte, zu Fuß nicht zu bewältigen ist, benötigt man einen Transporter. Das kostet Spritt (was wiederum die eigentlich positive Energiebilanz der E-Scooter deutlich schmälert) und, sofern man selbst keinen Transporter hat, auch noch Miete.
… registriert man wiederum in der App, bringt ihn zu sich nach Hause oder an einen anderen Ort, wo man sie über Nacht an die Steckdose hängen kann, und lädt die Stadtflitzer dann auf. Ist der Ladestand wieder voll, so kann man sich in der App wiederum anzeigen lassen, wo man die Scooter (am besten alle zusammen) abstellen darf.
Und nun kommt der größte Haken an der Sache: Das Honorar, das die verschiedenen Anbieter pro voll geladenem E-Scooter anbieten, ist unterschiedlich hoch, beträgt aber im Durchschnitt gerade mal vier Euro. Nicht gerade ein Knaller-Zusatzverdienst…
Und dabei muss man bedenken, dass von den rund 40 Euro, die man für zehn aufgeladene Scooter bekommt, noch einiges abgezogen werden muss: Die Kosten für den Strom, den Sprit und die eventuelle Transporter-Miete muss man in der Regel nämlich selbst übernehmen.
… bleibt noch vor Steuern und Abgaben (denn natürlich handelt es sich um steuerpflichtiges Einkommen) nach einer durchaus anstrengenden Arbeit ein Stundenlohn, der deutlich unter dem Mindestlohn liegt. Wenn man also nicht gerade neben einem E-Scooter-Hotspot wohnt, wo jeden Abend dutzende leere Scooter darauf warten, aufgeladen zu werden, kann man eigentlich nur davon abraten. Als Nebenjob lohnt es sich schlicht nicht. Wenn die Anbieter auch in Zukunft stets aufgeladene E-Scooter bereitstellen wollen, werden sie die Honorare fürs Aufladen deutlich erhöhen müssen.